C0 oder C1: das Klassenetikett Ihrer Drohne lesen

Wo die Klassenkennzeichnung einer Drohne steht, was C0 und C1 wirklich ändern, und was ohne Etikett gilt.

Die Frage, die vor dem Kauf niemand stellt

Eine in Europa verkaufte Drohne trägt ein Klassenetikett – oder eben nicht: ein kleines Logo mit einer Zahl, von C0 bis C6. Diese Zahl beschreibt nicht die Qualität des Geräts. Sie entscheidet, wo Sie damit fliegen dürfen.

Es ist zugleich die einzige Information, die weder das Produktblatt des Händlers noch die Verpackung immer klar zeigen, obwohl alles Übrige davon abhängt.

Wo das Etikett sitzt

Am Gerät selbst, meist unter dem Rahmen oder unter dem Akku, neben der CE-Kennzeichnung und der Seriennummer. Nicht auf der Verpackung, nicht in der App.

Es hat die Form einer Zahl im Kreis, mit vorangestelltem C.

⚠️ Maßgeblich ist die am Gerät angebrachte Kennzeichnung, nicht die Angabe des Händlers. Dasselbe Modell kann je nach Region und Produktionsserie mit unterschiedlichen Kennzeichnungen vertrieben werden. Deshalb behaupten unsere Gerätesteckbriefe oberhalb von 250 Gramm nie eine Klasse, sondern verweisen auf das Etikett.

Was C0 und C1 konkret ändern

C0C1
Maximale StartmasseUnter 250 gUnter 900 g
UnterkategorieA1A1, mit Auflagen
Überflug unbeteiligter PersonenGeduldet, ohne ihn zu suchenVerboten
MindestausbildungKeine verpflichtendA1/A3 verpflichtend
BetreiberregistrierungPflicht, sobald eine Kamera vorhanden istPflicht
Bauartbedingte GeschwindigkeitsgrenzeJa, 19 m/sNein

Der teuerste Unterschied ist nicht das Gewicht, sondern die Ausbildung. Der Schritt von C0 zu C1 fügt eine Prüfung hinzu, kostenlos und online, aber verpflichtend. Viele Käufer erfahren das erst nach der Lieferung.

Der zweite Unterschied ist der Überflug. In C0 sucht man den Überflug von Personen nicht, ein kurzer und zufälliger Überflug ist aber kein Verstoß. In C1 ist er verboten. Das ändert die Wahl der Orte, nicht nur den Papierkram.

Der häufige Fall: ein Gerät ohne Klassenkennzeichnung

Viele Geräte im Umlauf tragen keine, sei es weil sie älter sind als die Regelung, sei es weil sie außerhalb Europas gekauft wurden.

Was das bedeutet:

  • Ein Gerät unter 250 g ohne Kennzeichnung fliegt in A1, wie ein C0. Entscheidend ist die Massegrenze, nicht das Etikett
  • Ein Gerät über 250 g ohne Kennzeichnung ist auf die Unterkategorie A3 beschränkt, also fern von Menschen, Wohngebieten und Gewerbeflächen. Das ist die härteste Auflage, und sie überrascht
  • Ein Etikett lässt sich nicht kaufen. Eine Klassenkennzeichnung wird vom Hersteller am Ende eines Verfahrens angebracht. Ein online gekaufter Aufkleber hat keinen Wert, und ihn anzubringen ist eine Falschangabe

Das ist der Punkt, den man vor einem Gebrauchtkauf prüft. Dasselbe Modell mit und ohne Kennzeichnung gibt nicht dieselben Flugrechte. Der Preis ist oft identisch.

Was nicht von der Klasse abhängt

Drei Pflichten gelten unabhängig vom Etikett, und auch ohne Etikett:

  • Die Betreiberregistrierung, sobald das Gerät eine Kamera trägt, auch unter 250 Gramm
  • Die am Gerät angebrachte Betreibernummer
  • Die Beachtung der Zonen, die vom Ort abhängt und nicht vom Gerät

Vor dem Kauf, in drei Fragen

  1. Welche Startmasse, Akku und Zubehör eingerechnet? Diese Zahl entscheidet, wenn keine Kennzeichnung vorliegt
  2. Welches Klassenetikett trägt das Gerät, das ich erhalte – nicht das Modell im Allgemeinen?
  3. Habe ich die Ausbildung, die diese Klasse verlangt, vor der Lieferung statt danach?

Unsere Steckbriefe zu Hobbygeräten beantworten die ersten beiden für jedes Modell und sagen, was die Klasse für es bedeutet: siehe Hobby-Drohnen.

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