Zubehör

ND-Filter für Drohnen

Wozu ein ND-Filter an einer Drohne dient, welche Dichte zum Licht passt, und warum die Fassung modellspezifisch ist.

Der Fehler, den der Filter behebt

Ein Drohnenvideo, in praller Sonne ohne Filter gedreht, wirkt bei Bewegung ruckelig, fast zerhackt. Es liegt weder am Sensor noch an der Stabilisierung: Es liegt an der Verschlusszeit.

Damit Bewegung natürlich wirkt, muss der Verschluss etwa die halbe Dauer eines Bildes geöffnet bleiben. Bei 25 Bildern pro Sekunde sind das 1/50 Sekunde. Bei Tageslicht kann das Gerät eine so lange Zeit nicht halten, ohne zu überbelichten: Es geht auf 1/1000, und jedes Bild wird zur scharfen Momentaufnahme, ohne die leichte Unschärfe, die ein Bild mit dem nächsten verbindet.

Ein ND-Filter ist ein neutralgraues Glas. Er nimmt Licht weg, ohne die Farben zu berühren, und ermöglicht damit die nötige lange Zeit.

Die Regel, in einer Zeile

Verschlusszeit = 1 / (2 × Bilder pro Sekunde).

BildrateZielzeit
24 B/s1/48, praktisch 1/50
25 B/s1/50
30 B/s1/60
50 B/s1/100
60 B/s1/120

Diese Zeit muss der Filter erreichbar machen. Die gesamte Dichtewahl folgt daraus.

Welche Dichte bei welchem Licht

Jede Stufe verdoppelt die mögliche Belichtungszeit.

BedingungenÜbliche Dichte
Bedeckt, später TagND8
Dunstiger Himmel, tiefe SonneND16
Pralle SonneND32
Pralle Sonne über Schnee, Sand oder WasserND64

⚠️ Reflexionen zählen so viel wie die Sonne. Dieselbe Stunde über einem See oder einem Schneefeld verlangt eine Stufe mehr als über einem Wald. Das ist der häufigste Fall von Unterschätzung.

Wie man vor Ort prüft, in zehn Sekunden

  1. Das Gerät auf manuell stellen
  2. Die Verschlusszeit auf den Wert der Tabelle oben festlegen
  3. Die Empfindlichkeit auf das Minimum
  4. Den Filter aufsetzen, der das Bild korrekt belichtet

Bleibt das Bild mit Filter zu hell, ist die nächsthöhere Stufe nötig. Wird es dunkel, die darunter.

⛔ Die Fassung ist nicht universell

Ein ND-Filter wird auf ein bestimmtes Gimbal geschraubt oder geclipst. Ein Filter für ein Modell passt nicht auf ein anderes, auch nicht derselben Marke und benachbarter Generation.

Das ist der häufigste Fehlkauf, und er passiert vor allem beim Gerätewechsel: Man behält seinen Filtersatz, und er lässt sich nicht mehr montieren.

Drei Dinge vor der Bestellung prüfen:

  • Die genaue Modellreferenz, nicht nur die Baureihe
  • Das Gewicht des Filters: Ein stabilisiertes Gimbal trägt eine begrenzte Masse, und ein zu schwerer Filter lässt den Motor dauerhaft arbeiten
  • Die Vergütung des Glases: Billiges Glas bringt einen Farbstich, also genau das, was ein neutraler Filter nicht tun darf

Was man nicht braucht

  • Einen Polfilter für alle Fälle: Über Wasser und Glas nützlich, verdunkelt er den Himmel ungleichmäßig, sobald die Drohne dreht
  • Einen Satz mit sechs Dichten: Drei decken das Jahr ab, die Extremstufen dienen selten
  • Einen Filter für Fotografie: Dort ist die Verschlusszeit frei. Der ND-Filter ist Videozubehör

Nach Modell

Nützliche Dichten und Fassung ändern sich von Gerät zu Gerät. Die eigenen Seiten geben die Einzelheiten je Modell.

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